Traditions-ABC
Brauchtum und Tradition werden im Bayerischen Wald sorgsam gepflegt und sind fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Um Ihnen einen kleinen Einblick zu ermöglichen und Anregungen für Ihre Ferien zu geben, haben wir dieses Traditions-ABC für Sie zusammengestellt. Natürlich ist es keinesfalls vollständig! So bleibt Ihnen viel Spielraum für eigene Entdeckunge
- Arberkirchweih
- Bärwurz
- Bayerische Lebensart
- Bayerische Küche
- Biere
- Biergarten
- Feste
- Further Drachenstich
- Glasmacher
- Schwammerlsuchen
- Schweinsbraten
- Trachten
- Waidla
- Weißwurst
Arberkirchweih
Die Arberkirchweih ist die älteste Bergfeier des Bayerischen Waldes. Wo schon 1806 am Ostgipfel des Arbers von den Glasmachern ein frommes Denkmal errichtetet wurde, steht heute eine kleine Bartholomäus-Kapelle. Jedes Jahr zieht sie am letzten August-Wochenende Tausende Wanderer, Kletterer und Musiker an, die gemeinsam im gesamten Gipfelbereich die Arberkirchweih feiern. Dabei lassen sie sich von keinem Wetter stören.
Bärwurz
Der Bärwurz ist ein charaktervoller und würziger Schnaps aus dem Bayerischen Wald, der für die Einheimischen sowohl als Medizin als auch als fester Bestandteil der Hausbar genutzt wird. Die gleichnamige Pflanze ist die Basis. Sie wächst ausschließlich in bestimmten Höhenlagen des Bayerischen Waldes.
Viele Bärwurzereien im Bayerischen Wald – z.B. in Bodenmais und Kötzting – sind auch für Besucher geöffnet und geben Einblick in die Herstellung dieses auch über die Grenzen des Bayerischen Waldes bekannten und beliebten Schnapses.
Bayerische Lebensart
„Leben und leben lassen“ lautet seit Urzeiten das Motto der Bayern, die weithin für ihre Lebensfreude und Gemütlichkeit bekannt sind. Warum das so ist? Dafür gibt es verschiedene Gründe: Die gemütliche Haltung der Bayern ist ganz gewiss der Einfluss der böhmischen Nachbarschaft, während die große Nähe zu Italien für die enorme Lebensfreude verantwortlich ist. Die französische „Laissez-faire“-Einstellung ist ein Relikt aus der Zeit der Besetzung durch Napoleon. Am besten kommt die typisch bayerische Mentalität beim Essen und Trinken zum Ausdruck, aber auch bei den vielen traditionellen Festen und Vergnügungen im Bayerischen Wald.
Bayerische Küche
In Bayern weiß man zu genießen. Gekocht wird bodenständig und nach alter Tradition. Charakteristisch sind deftige Fleisch- und Bratengerichte, Knödel, Mehlspeisen und Kraut. Besonders beliebte Klassiker sind beispielsweise die Leberknödelsuppe, der Schweinsbraten, die Schweinshaxe sowie die berühmten Weißwürste und Brezn. Doch keine Sorge, die hier angeschlossenen Hotels wissen auch die „leichte“ Küche und aktuelle „Wellness“-Trends umzusetzen und in ihren Speiseplan zu integrieren.
Biere
Bier gilt in Bayern als Grundnahrungsmittel. Doch werden die bayerischen Biere nicht nur im Freistaat gerne getrunken, sondern weit über die Landesgrenzen in die ganze Welt exportiert. Die hohe Qualität der bayerischen Biere ist für ihren hervorragenden Ruf verantwortlich. Noch heute wird ausschließlich nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut, dem ersten Lebensmittelgesetz der Welt. Danach dürfen neben Wasser, Malz, Hopfen und Hefe keine zusätzlichen Stoffe Verwendung finden. Beliebte Sorten sind das Helle (Lager oder Export), das Weißbier oder Weizenbier (hell oder dunkel, kristallklar oder naturtrüb) sowie die saisonalen Bockbiere.
Mit ca. 620 Brauereien verfügt Bayern über die höchste Brauereidichte der Welt. Viele von ihnen bieten Brauereiführungen, Verkostungen oder sonstige Veranstaltungen an.
Biergarten
Der bayerische Biergarten sei eine viel demokratischere Variante des Speakers Corner als das Londoner Original, soll ein britischer Tourist festgestellt haben. Hier dürfe jedermann sein, wie er will, und sagen, wozu er Lust hat, auch wenn niemand zuhört und alle gleichzeitig reden. Das ist auch vollkommen egal, solange das Bier kühl gezapft ist, die bayerischen Biergarten-Schmankerl frisch auf den Tisch kommen und unter freiem Himmel gleich doppelt so gut schmecken.
Feste
Feste gehören zum festen Bestandteil des Jahresablaufs und sind Ausdruck der urbayerischen Lebensfreude. Viele Feste sind kirchlichen Ursprungs, knüpfen an Jahrhunderte alte Traditionen oder geschichtliche Ereignisse an. Im Bayerischen Wald wird Brauchtum nicht nur gepflegt, sondern vor allem mit ganz viel Freude gelebt, z.B. beim Faschingsgaudi, Starkbieranstich, Maifest oder Sonnenwendfeuer, zur Kirchweih, auf Bergfesten oder bei Konzerten und Festspielen.
Further Drachenstich
Jedes Jahr im August findet der Further Drachenstich statt und bestimmt 14 Tage lang das Leben der bayerischen Grenzstadt Furth im Wald. Das historische Schauspiel gilt als ältestes Volksschauspiel Deutschlands und geht auf eine Sage aus dem 14. Jahrhundert zurück. Ob traditionell oder modern inszeniert – in jedem Fall muss ein tapferer Mann eine schöne Frau vor einem Ungetüm retten, und am Ende siegt das Gute über das Böse. Klar, dass es in Furth auch ein Drachenmuseum gibt.
Glasmacher
Seit mehr als 600 Jahren wird im Bayerischen Wald die Kunst des Glasmachens praktiziert. Als eines der größten Glaszentren Europas beherbergt die Region eine Vielzahl an Glashütten und Manufakturen, die heute natürlich auch mit modernen Produktionsverfahren arbeiten. Die Glasstraße verbindet eine Vielzahl an Betrieben unterschiedlicher Größe und Ausrichtung – von handwerklich bis künstlerisch. Viele bieten Besuchern die Möglichkeit zur Besichtigung und zum Kauf vor Ort. Bekannte Glasmacherorte sind Zwiesel, Bodenmais oder Frauenau.
Besucher der alljährlichen Glastage in Zwiesel (jeweils im Juli) können sich bei dieser Gelegenheit dem Thema Glas aus vielerlei Blickwinkel nähern. Vielfältige Ausstellungen, Vorträge, Vorführungen und Besichtigungen geben jede Menge Informationen über das Leben der Glasmacher, über alte Traditionen, moderne Produktionstechniken sowie Färbe- und Glasveredelungsverfahren. Graveure, Schleifer und Glasmaler zeigen sich bei der Arbeit und lassen Besucher gerne über die Schulter gucken.
Schwammerlsuchen
Wenn die Tage kürzer werden, ist die Zeit fürs Schwammerlsuchen gekommen. Unter seinem farbenfrohen und leuchtenden Herbstkleid versteckt der Wald eine Vielzahl an Pilzen, die den Kenner regelmäßig in Begeisterung versetzen. Zu den Favoriten zählen Pfifferlinge, Steinpilze und Maronen. Viele Hotels bieten geführte Pilzwanderungen oder Schwammerl-Expeditionen an.
Übrigens behaupten die Waidla gerne, dass man alle Pilze des Bayerischen Waldes essen kann – manche allerdings nur einmal.
Schweinsbraten
Ohne Zweifel gehört der traditionelle Schweinsbraten zu den berühmtesten und beliebtesten Gerichten der bayerischen Küche. In Niederbayern wird er typischerweise als Krustenbraten mit Kraut und Semmelknödeln serviert.
Trachten
Nirgendwo spiegelt die Kleidung Land und Leute lebendiger wieder als in Bayern. Während Trachten vielfach nur noch touristische Verwendung finden, werden hier Lebensart und Heimatverbundenheit noch individuell und farbenfroh zum Ausdruck gebracht. Dirndl und Lederhose nebst der dazugehörigen Accessoires gehören einfach in jeden bayerischen Kleiderschrank.
Waidla
Für die Einheimischen ist der Bayerische Wald ganz einfach „der Wald“. Die mundartliche Bezeichnung für die Menschen, die hier leben, ist das Wort „Waidla“ (=Waldler). Die Waidla haben von jeher ihren Stolz. Sie leben in enger Verbundenheit mit der Natur und ihren regionalen Traditionen, die sie über die Jahrhunderte bewahrt haben und auch heute noch mit großer Freude leben.
Weißwurst
Die Weißwurst ist eine feine Brühwurst aus Kalbfleisch, Schweinerückenspeck und - je nach Rezept – Gewürzen wie Petersilie, Marcisblüte, Zitronenschale und Zwiebeln. Traditionell isst man sie mit süßem Senf und frischen Laugenbrezen.
Auch wenn die Kühlproblematik früherer Tage heute nicht mehr besteht, gilt auch heute noch die Empfehlung, die Weißwürste vor dem Mittagsleuten um 12 Uhr zu verzehren. Ob man sie mit Messer und Gabel isst oder lieber „zuzelt“, ist hingegen reine Anschauungssache.
Ganz Bayern schwört übrigens auf den Hausmachersenf der Familie Hendlmaier aus Regensburg.

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